Fuckparade 2026
Fuckparade 2026Samstag, 15. August 2026. Kundgebung 14:00 Uhr, Start 15:00 Uhr am
Bunker, Reinhardtstraße / Albrechtstraße, Berlin-Mitte.
Bahn: Oranienburger Tor (U6) oder Friedrichstraße (S1, S2, S5, S9, S25, S75)
Um mit dem Offensichtlichen zu beginnen: Wir leben in unsicheren Zeiten, mehr denn je. Nahezu täglich werden wir mit Krisen konfrontiert.
Währenddessen wird einer ganzen Generation durch steigende Lebenshaltungskosten der Zugang zur Clubkultur verwehrt. Gerade diejenigen, die Eskapismus wohl am dringendsten brauchen, haben kaum noch die Möglichkeit, für ein paar Stunden loszulassen, weil sie sich zwischen teuren Clubeintritten und Drinks oder Lebensmitteln für mehrere Tage entscheiden müssen.
In Kombination mit Gentrifizierung sowie steigenden Miet- und Energiekosten führt das dazu, dass das Nachtleben in ganz Berlin ums Überleben kämpft. Experimentelle Line-ups sind ein echtes Glücksspiel; auf Nummer sicher zu gehen scheint die Devise zu sein. Doch selbst das zahlt sich nicht zwangsläufig aus, wenn auf Instagram-bekannte Künstler:innen unverschämte Gagen dafür verlangen, einer Party mit ihrer Anwesenheit die Ehre zu erweisen, während alle anderen Beschäftigten kaum mehr als den Mindestlohn verdienen.
Gleichzeitig wächst der rechtliche Druck auf die Free-Party-Szene, die traditionell das Gegenmittel zu Überkommerzialisierung und staatlicher Regulierung darstellt. Auch wenn sie den Behörden schon immer ein Dorn im Auge war – erinnert euch an CzechTek –, haben neue gesetzliche Regelungen in mehreren Ländern es riskanter denn je gemacht, ein Soundsystem aufzubauen und sich für ein paar Stunden oder Tage einen Raum anzueignen. In Italien und Polen kam es zu massiven Polizeirazzien gegen Partys, bei denen Lautsprecher und Equipment beschlagnahmt wurden und Polizeigewalt gegen Feiernde ausgeübt wurde. Frankreich hat gerade ein Gesetz vorgeschlagen, das Raves grundsätzlich illegal machen würde, wobei Organisator:innen und Gäste Geldstrafen in Höhe von mehreren Tausend Euro riskieren.
Offenbar ist jedes Mittel recht, wenn es dazu führt, dass junge Menschen ihre Wochenenden auf dem Sofa verbringen und sich auf eine weitere Woche voller Unsicherheit gefasst machen.
Deshalb werden wir am 15. August durch die Straßen von Berlin-Mitte ziehen. Um für eine Stadt zu demonstrieren, die wir uns leisten können; für Clubkultur, gegen Kommerz und damit auch gegen die kommerzielle Rave the Planet-Parade.
Und wie immer gilt: Offenheit bedeutet nicht Gedankenlosigkeit. Null Toleranz für Faschist:innen, Rassismus, Antisemitismus, Nazis, Sexist:innen, Trans- oder Homophobe. Keine Partei- oder Nationalflaggen.
English version
To start with the obvious: we live in uncertain times, now more than ever. We are confronted with crises on an almost daily basis.
Meanwhile, a whole generation is being priced out of club culture by the rising cost of living. Those who arguably need escapism the most barely have the chance to let loose for a few hours, because they have to choose between expensive club entry and drinks or groceries for several days.
Combined with gentrification as well as rising rents and energy costs, this means that nightlife is struggling for survival all across Berlin. Experimental line-ups are a real gamble; playing it safe seems to be the name of the game. But even that doesn?t necessarily pay off when Instagram-famous artists demand outrageous fees to grace a party with their presence, while all other employees earn barely more than minimum wage.
At the same time, legal pressure is mounting on the free party scene — traditionally the antidote to over-commercialisation and state regulation. Even though it was always a thorn in the side of the authorities (remember CzechTek?), new legislation in several countries has made it riskier than ever to set up a soundsystem and reclaim a space for a few hours or days. Italy and Poland have seen massive police raids on parties, with speakers and equipment being confiscated and police violence inflicted on partygoers. France has just proposed a law that would make raves illegal by default, with organisers and guests risking fines of several thousand euros.
Apparently, any means necessary will do if it results in young people spending their weekends on the couch, bracing themselves for another week full of uncertainty.
That is why we will be marching through the streets of Berlin-Mitte on August 15th. To demonstrate for a city we can afford; for club culture, against commercialism, and thus also against the commercial Rave the Planet parade.
And as always: openness does not mean thoughtlessness. Zero tolerance for fascists, racists, antisemites, Nazis, sexists, transphobes, or homophobes. No party or national flags.